Die Studierenden lernen in welcher Sprache und Struktur sie ihre Ideen und politischen Projekte rüberbringen müssen, um erfolgreich zu sein.
Eine einzigartige Gelegenheit, an der Demokratisierung der Demokratie mitzuwirken.
Der MPP: ein einzigartiges Programm, das Menschen befähigt einen Beitrag zur Lösung der wichtigen gesellschaftlicheren Probleme zu leisten.
Mariana Haramus ist 28 Jahre alt und arbeitetet als Beraterin im Bereich PR und Fundraising.
Interview mit Mariana Haramus vom 16. Januar 2010
Stell dich doch bitte einmal kurz vor!
Mein Name ist Mariana Haramus. Ich komme aus der Ukraine und bis vor kurzem war ich Mitarbeiterin bei der Konrad Adenauer Stiftung. Am 1. Februar fange ich im Kinderheim „All Kids“ in der Ukraine meine neue Stelle als Beraterin im Bereich PR und Fundraising an.
Was möchtest du auf der Welt aktiv verändern?
[…] Das was ich bis heute erlebt habe und die Erfahrungen, besonders die Erfahrungen hier in Europa oder in der westlichen Welt, in die Praxis umzusetzen und Leuten mitzuteilen, wenn man nicht aufgibt und wenn man Interesse hat, irgendwelche Ideen hat, kann man sie umsetzen und man kann etwas verändern. Wenn es manchmal heißt, „Es geht ja nicht.“, was natürlich mein Land betrifft, dann ist es ein bisschen schwierig als „Newcomerin“, als „Newdenkerin“, da zu arbeiten, zu agieren, aber es geht. […] Ich denke mir, mit meiner Ausstrahlung und meiner Überzeugung möchte ich die Leute motivieren, dass sie aufstehen und für ihr Leben mehr machen und die Ziele, die Ideen, die Anregungen, die sie haben, ein bisschen umsetzen und ihnen ein bisschen Kraft geben.
Warum hast du dich für das Studium an der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance entschieden?
Mein erstes Kennenlernen war durch die Website. Ich muss zugeben, es war zufälligerweise, aber im Moment denke ich, es war kein Zufall, denn ich habe mir schon seit Langem so etwas gewünscht. Ein Studium, das nicht nur Lernen bedeutet, sondern praxisorientiert ist. Und als ich über den Studiengang gelesen habe, dachte ich „Wow, das ist mein Ding!“, weil das Studium ist praxisorientiert und berufsbegleitend, das heißt ich muss nicht nur lernen, und höre Theorie, sondern ich kann gleich am gleichen oder nächsten Tag sehen, ob diese Theorie, die mir mitgeteilt wurde, in das heutige Leben passt und ich sie umsetzen kann. Das war das, was mich angesprochen hat und natürlich die Möglichkeiten, hier in der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance … - nach meiner Art interpretiert - künftige Führungskräfte auszubilden, d.h. einer Führungskraft alles mitzugeben, was sie heutzutage braucht. Und ich habe mir gedacht „Toll, ich habe Lust oder vor, das irgendwann in einer kleinen Abteilung oder einem kleinen Team anzuwenden und ich möchte wissen, was eine Führungskraft so braucht.“ Und durch die Professoren ist das möglich, auch nicht so typisch wie man es in einer Universität erlebt, sondern anders, interaktiv, spielerisch. Das war dieses neue Modell und das hat mich irgendwie angesprochen, etwas Neues, Modernes. Wir sind natürlich der erste Studiengang, sogenannte Versuchskaninchen, aber ich bin das gerne.
Welches Veränderungsprojekt hast du dir im Rahmen des Studiums vorgenommen?
Es ist nicht nur mein Projekt, ich bin in einem Team, wir sind drei Leute. Deswegen spreche ich von unserem Projekt. Mein Team aus der Ukraine möchte im Bereich Kinder- und Jugendhilfe in der Ukraine ein neues Modell schaffen, wo staatliche und nichtstaatliche Zusammenarbeit stattfinden kann. Dieser Bereich ist in der Ukraine noch sehr institutionalisiert. Kinder in Not, Straßen- und Waisenkinder „gehören“ zurzeit noch alle dem Staat und dieser hat kein Geld oder Interesse sich um die Kinder zu bemühen. Wir wollen mit unserem Projekt nicht nur Anerkennung und Engagement von der Gesellschaft erreichen, sondern erstens, dass der Staat solchen Organisationen wie unserer, die gesetzlichen Grundlagen gibt, so eine Arbeit mit Kindern zu betreiben. Bisher gibt es noch keine gesetzliche Abstimmung der Arbeit von NGOs in diesem Bereich. Es wäre ein Durchbruch, den postsowjetischen Rahmen, in dem die Kinder jetzt noch leben an europäische Standards anzunähern und ein neues Modell zu bilden, das den Kindern ein familiäres Umfeld bietet. Mit unserem Zentrum, das bereits in der Ukraine existiert und im Jahr 2008 durch die ukrainische Filiale der deutsch-polnisch-ukrainischen Gesellschaft gegründet wurde, bieten wir den Kindern ein familiäres Umfeld. Die Kinder kommen aus gefährdeten Familien und wir haben Psychologen und Lehrer, die die Kinder auch betreuen. Wir wollen den Kindern beibringen und zeigen, dass sie irgendwann ihre eigene Familie gründen können, richtige, etablierte Bürger des Landes werden und nicht nur auf der Straße sind. Das ist, was wir mit unserem Projekt in der Ukraine ändern möchten.
Was zeichnet für dich den Master of Public Policy aus?
Ich habe in der Ukraine studiert und habe bereits einen Abschluss. Für mich war es immer wichtig noch etwas anderes dazu zu holen, etwas Internationales. Dieser Master hilft mir nicht nur meine Denkweise zu ändern, anders zu analysieren, zu argumentieren und etwas Neues mitzunehmen, sondern gibt mir auch etwas für mein Ego, einen internationalen Abschluss. Es ermöglicht hoffentlich später für mich irgendeine Tätigkeit vielleicht hier in Deutschland oder in Europa zu bekommen. Man muss schon zusätzliche Abschlüsse haben und es ist einfach eine Steigerung, es ist Fortbildung für mich persönlich. Ich freue mich nicht nur auf das Studium, sondern auch auf den Abschluss und ich hoffe, dass ich zu denen gehören werde, die das richtig gut gemacht haben. Es gefällt mir unheimlich, weil ich in diesem Studium zum ersten Mal sehe, dass ich im Mittelpunkt stehe, dass der Studierende im Mittelpunkt steht. Ich habe nirgendwo gesehen, dass so viel Interesse vom Team gezeigt wird, das heißt von unseren Betreuern. Man kann sich alles wünschen und bekommt sofort Hilfe. Ich sehe hier, ich werde gewünscht und es besteht Interesse von der School an mir, mich fortzubilden. Und natürlich kommt noch dazu, ich bin eine Ukrainerin, ich komme aus dem Ausland, das heißt es geht nicht nur um deutsche Studierende. Die School möchte auch junge engagierte Leute aus dem Osten, aus Mitteleuropa ausbilden und dieses Know-How übertragen und mitteilen.