Die Studierenden lernen in welcher Sprache und Struktur sie ihre Ideen und politischen Projekte rüberbringen müssen, um erfolgreich zu sein.
Eine einzigartige Gelegenheit, an der Demokratisierung der Demokratie mitzuwirken.
Der MPP: ein einzigartiges Programm, das Menschen befähigt einen Beitrag zur Lösung der wichtigen gesellschaftlicheren Probleme zu leisten.
Eine neue und innovative Form des Diskurses wird derzeit von der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance in Berlin kultiviert: Während der „Mittagsgespräche“ diskutieren geladene Experten mit interessierten Bürgern ein ausgewähltes Thema aus Politik und Gesellschaft beim gemeinsamen Genuss reichhaltiger Mittagküche. Zunächst stellen dabei die geladenen Experten in einer Podiumssituation ihre Perspektiven zum jeweiligen Themenkomplex vor, um anschließend an den einzelnen Tischen das jeweilige Thema in der Tiefe zu diskutieren. Ziel ist dabei stets der fachliche Austausch zwischen Experte und Bürger. Die Veranstaltung ist stets offen für das Publikum.
Am 30.06.09 fanden die Mittagsgespräche zum zweiten Mal statt und hatten die aktuelle Situation Afghanistans zum Thema. Ein zusätzlicher Aspekt war hierbei das im kommenden Monat startende Projekt der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance zur Heranbildung von Fähigkeiten des Konflikt-Managements bei Entscheidungsträgern der Region Kundus.
Geladene Experten waren Fr. Prof. Dr. Ingeborg Baldauf vom Zentralasien-Seminar der Humboldt-Universität, Thomas Ruttig, Diplom-Afghanist der Stiftung Wissenschaft und Politik und Nadjib Sharaf von der DSH-Consulting.
Fr. Dr. Baldauf umriss kurz die Problematik der allgegenwärtigen Vetternwirtschaft und das Fehlen einer ganzen Generation von Entscheidungsträgern. Auch die schon sprachliche Mehrdeutigkeit des Begriffs „Konflikt“ in den zahlreichen Landessprachen und die damit einhergehende Tabuisierung in der afghanischen Gesellschaft wurde von Frau Baldauf thematisiert. Nadjib Sharif fokussierte seine Sicht auf das Missverhältnis der massiven Subvention zahlreicher internationaler Hilfsprojekte und das gleichzeitige Versickern eines Großteils dieser Mittel und plädierte für eine umfassende Anwerbung im Ausland lebender afghanischer Eliten für die Teilnahme am Aufbauprozess des Landes.
Thomas Ruttig erörterte die fehlende rechtstaatliche Legitimität der meisten afghanischen Institutionen und lokalisierte die Ursachen für die unterentwickelte Konfliktkultur im Land vor allem im allgegenwärtigen Klima sozialen Misstrauens.