Konfliktkostenforschung

Wo und wann immer Menschen zusammenarbeiten, treffen unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsweisen und Meinungen aufeinander. Reibungsverluste in Form von Konflikten in Organisationen sind somit ganz natürlich. Konflikte wirken sich dabei bereits auf die Zusammenarbeit von Menschen aus, lange bevor sie eskalieren oder offen zu tage treten. Gleichzeitig sind Konflikte nicht nur anstrengend, sondern sie kosten auch Arbeitszeit und Geld.

Kosten möglichst gering zu halten und damit auch die Kosten von Reibungsverlusten zu minimieren, wird für Unternehmen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs, des schwierigen konjunkturellen Umfelds sowie der veränderten Kreditkonditionen auf den Finanzmärkten immer wichtiger.
 

Konfliktkosten-Controlling

Alle Konfliktkosten lassen sich in drei Dimensionen (Person, Team und Organisation) und neun Kategorien (drei Kategorien pro Dimension) zuordnen.
Das so entstehende umfassende Konfliktkostenmodell, der „Circle of Conflict“, ist hochgradig visualisierbar und ermöglicht innovative und dynamische Methoden zur Messung, Berechnung und Reduzierung von Konfliktkosten. Ziel der Forschungsaktivitäten des ZfKKf ist es, das Konfliktkostenmodell als zentralen Baustein in einem ganzheitlichen Konfliktkosten-Controlling zu etablieren. Dies ermöglicht, dass Konfliktkosten systematisch gemanagt und gesteuert werden können. Organisationen bzw. Unternehmen können somit Kosten von mindestens einem Viertel aller Konfliktkosten einsparen.
Erste Untersuchungen der Praxis zeigen, dass die Summe der Konfliktkosten mindestens einen Wert in Höhe von ca. 20 % der gesamten Personalkosten in einem Unternehmen oder einer Organisation erreicht.

Das ZfKKf erforscht, begründet und lehrt eine wissenschaftlich fundierte und zugleich praxiserprobte Management-Sicht, die erstmalig sowohl messbare als auch nicht messbare Wirkungselemente der Zusammenarbeit von Menschen vereint.

Bei der Betrachtung von Konfliktkosten werden zwei Arten von Konfliktkosten unterschieden. Funktionale Konfliktkosten sind nach dieser Sicht unvermeidbar aber positiv, weil sie dem Unternehmen mittel- oder langfristig zuträglich sind, dysfunktionale Konfliktkosten sind hingegen negativ und prinzipiell immer entweder reduzier- oder sogar vollständig vermeidbar.
 

Mediathodik

Die Grundsätze der Mediation werden zu einer Entscheidungsmethodik für Führungskräfte und Controller in Organisationen fortentwickelt.

Diese Entscheidungsmethodik berücksichtigt, dass erstens die Identifikation und Bewertung von Konfliktkosten und damit das Konfliktkosten-Controlling dauerhaft erfolgen muss, dass zweitens im Rahmen des  Konfliktkosten-Controllings ein Konfliktkostenplan entwickelt werden muss, um drittens das Konfliktkostenniveau einer Organisation bzw. eines Unternehmens beständig zu optimieren.

 

Modul „Konfliktkosten, Konfliktkosten-Controlling und Mediathodik“

Im Rahmen des postgraduellen Studiengangs „Master of Public Policy“ an der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance erlernen die Studenten die Grundlagen des Konfliktkostenmodells sowie des Konfliktkosten-Controllings und wenden deren Methodik und Mediathodik unmittelbar auf ihre konkreten Praxisprojekte an.

 
Bibliothek
 

Forschungsprogramm

Das ZfKKf ermöglicht einer ausgewählten Anzahl von Doktoranden die wissenschaftliche Beschäftigung mit dessen Forschungsschwerpunkten.

Bewerbungen richten Sie bitte an:
Cosima Stromer

Tel. 030 – 2005 97 121

 

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